VISIONEN

Mitgetragen von den Fachämtern der Kantone Bern und Solothurn, hat sich der Verein AQUA REGIO zum Ziel gesetzt, die weiträumige Zusammenarbeit unter den Wasserversorgungen zu fördern. In diesem Sinne hat er in den Jahren 2007 und 2008 für die Region Solothurn - Wasseramt - Oberaargau - Langenthal (SOLAQUA) ein Konzept ausarbeiten lassen, das die Möglichkeit einer umfassenden Vernetzung der Wasserversorgung  untersuchen sollte. Die betrachtete Region umfasste 63 Gemeinden beider Kantone mit einer Gesamtbevölkerung von rund 100‘000 Personen. Diese betreiben allein oder in bestehenden regionalen Wasserversorgungsorganisationen nicht weniger als 56 Wasserbezugsorte (35 Quellen und 21 Grundwasserfassungen) und 47 Wasserreservoire. Würden alle Wasserversorgungen vernetzt, könnte über die Hälfte dieser Anlagen, vor allem die überalterten und unwirtschaftlichen, sukzessive stillgelegt werden.  Im Gegenzug müssten rund 35 km neue Transportleitungen verlegt und fünf neue regionale Wasserreservoire erstellt werden. Das Ergebnis wäre eine schlankere, kostengünstigere Infrastruktur und eine wesentlich grössere Versorgungssicherheit. Das Ringleitungssystem würde es nämlich erlauben, bei Ausfällen die fehlenden Kapazitäten aus anderen Wasserbezugsorten oder Reservoiren zu kompensieren. Für den WUL, auf der Suche nach einem zweiten und von den jetzigen Wasserfassungen unabhängigen Wasserbezugsort, stimmt die mit dem Konzept SOLAQUA vorgezeigte Richtung. Bei der grossen Mehrheit der betroffenen Gemeinden besteht wenig bis kein Interesse, es fehlt vorab am politischen Willen für die Umsetzung dieser visionären Idee in der Wasserversorgung. Die Autonomie über die Wasserversorgung auf Gemeindeebene als Versorgungssicherheit verstanden, ist aus ökologischen und ökonomischen Überlegungen ein Auslaufmodell. Der WUL als grosser regionaler Versorger wird sich weiterhin dafür einsetzen, dieser Vision zum Durchbruch zu verhelfen.